Pressemitteilung

„F***, ich werde mit Nacktbildern erpresst!"

klicksafe und JUUUPORT veröffentlichen Flyer über Sextortion mit hilfreichen Tipps zum Schutz

Ludwigshafen/Hannover, 16. Januar 2025. Die Medienkompetenz-Initiative klicksafe und die Beratungs- und Aufklärungsplattform JUUUPORT veröffentlichen heute einen neuen Flyer mit dem Titel "F***, ich werde mit Nacktbildern erpresst! So schützt Du Dich vor Sextortion". Das neue Informationsmaterial ist eine Reaktion auf zunehmende Sextortion-Fälle bei Jugendlichen. Der Flyer kann ab sofort auf den Websites beider Organisationen kostenlos heruntergeladen und bestellt werden.

Was tun bei Sextortion?

Sextortion, eine Kombination aus "Sex" und "Extortion" (Erpressung), bezeichnet die Erpressung mit intimen Fotos oder Videos. Täter:innen setzen Betroffene unter Druck, indem sie mit der Veröffentlichung dieser Aufnahmen drohen. Ziel ist es, Geld zu verlangen oder – im Rahmen einer Beziehung – andere Forderungen zu stellen (z.B. nach weiteren Nacktaufnahmen).

Der neue Flyer von klicksafe und JUUUPORT bietet konkrete Fallbeispiele, praktische Tipps zum Schutz vor Sextortion, Handlungsempfehlungen für Betroffene, rechtliche Fakten und Informationen zu Anlaufstellen für Hilfe und Beratung. Er ist Teil der umfassenden Präventionsarbeit beider Organisationen gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Internet.

Sextortion – eine zunehmende Gefahr

Aktuelle Erhebungen wie die JIM-Studie 2024 (Jugend, Information, Medien) zeigen, dass sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Internet zunimmt. Insgesamt 29 Prozent – fast ein Drittel der befragten Jugendlichen – haben bereits sexuelle Belästigung im Netz erfahren.[1] Die Dunkelziffer wird noch deutlich höher geschätzt.

Lea Römer, Pressereferentin von JUUUPORT, betont: "Sextortion ist ein wachsendes Problem. Unsere ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater, die Scouts, erhalten mittlerweile fast täglich Anfragen von jungen Ratsuchenden zu diesem Thema. Mit dem Flyer wollen wir Jugendliche informieren und schützen. Die Veröffentlichung ist eine Antwort auf die aktuellen Probleme vieler junger Menschen.“

JUUUPORT-Scoutin Greta ergänzt: "Viele Jugendliche unterschätzen die Risiken beim Versenden intimer Bilder. Unser Flyer zeigt klar und verständlich, was passieren kann und was zu tun ist, wenn man bereits betroffen ist. Er zeigt aber auch den Täter:innen deutlich, dass sie sich strafbar machen, wenn sie andere mit Nudes erpressen."

Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe, unterstreicht die Bedeutung des neuen Infomaterials: "Mit dem Flyer können Lehrkräfte und andere Multiplikator:innen Jugendliche gezielt aufklären und vor sexualisierter Gewalt schützen. Das wird vor dem Hintergrund, dass Nacktbilder mittlerweile mit KI-Software aus ganz normalen Fotos einer bekleideten Person erstellt werden können, immer wichtiger.

Hier kann der Flyer kostenlos bestellt und heruntergeladen werden:

klicksafe

JUUUPORT

Pressekontakte

JUUUPORT e.V.: Lea Römer / lea.roemer@juuuport.de / 0176 57976188

klicksafe: Susanne Wohmann / wohmann@medienanstalt-rlp.de / 0152 225 776 20

 

Über JUUUPORT

JUUUPORT ist eine bundesweite Beratungs- und Aufklärungsplattform für junge Menschen, die Probleme im Netz haben. Ehrenamtlich engagierte Jugendliche beraten Gleichaltrige bei Online-Problemen wie Cybermobbing und Mediensucht. Das Projekt wurde von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) initiiert. Getragen wird es vom Verein JUUUPORT e.V., dem neben der NLM folgende Landesmedienanstalten angehören: Bremische Landesmedienanstalt, Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Medienanstalt Rheinland-Pfalz und Medienanstalt Hessen.

Über klicksafe

klicksafe ist die deutsche Medienkompetenz-Initiative der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Netz. In Deutschland wird klicksafe von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz verantwortet. Mit vielfältigen Angeboten unterstützt klicksafe beim souveränen und kritischen Umgang mit digitalen Medien. Auf klicksafe.de finden pädagogische Fachkräfte, Eltern und interessierte Nutzer:innen aktuelle Informationen und Materialien. klicksafe ist politisch und wirtschaftlich unabhängig und Mitglied im Verbund „Safer Internet DE“ (saferinternet.de). Diesem gehören neben klicksafe als Awareness Centre, die Hotlines internet-beschwerdestelle.de (von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Helpline Nummer gegen Kummer an.

 

[1] JIM-Studie 2024, S. 56.